28.02.2016 Der deutsche Rudersport trauert um Klaus Harder

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Der deutsche Rudersport trauert um Klaus Harder. Er verstarb am 25.02.2016 nach längerer Krankheit.

Sein Freundeskreis im Deutschen Ruderverband und die Hamburger Ruderer vermissen ihn und spüren die große Lücke, die Klaus als Freund und Ratgeber hinterlässt. 

Im vergangenen Jahr besuchte er anlässlich eines Regattafrühstücks zur Norddeutschen Meisterschaft noch die von ihm initiierte Regattastrecke in Hamburg-Allermöhe und erfreute sich an der Begegnung mit alten und jungen Weggefährten. Dabei kam erneut seine Begeisterung darüber zum Ausdruck, dass seine Strecke Austragungsort internationaler Regatten, wie des World Cups 2011 und der Junioren-Weltmeisterschaft 2014 werden konnte. Trotz des Scheiterns der Bewerbung um die WM 2019 ermutigte er seine Hamburger Ruderkameraden, sich weiter um die Ausrichtung einer „großen WM“ zu bewerben.

Seine ruderische Wiege war der ARV Hanseat, von dem er bereits 1949 wegen seiner leistungssportlichen Ambitionen zum RC Allemannia wechselte.

Nach seiner Zeit als Trainingsruderer bei der Allemannia übernahm er 1957 seine erste ehrenamtliche Tätigkeit als Funktionär und wurde Jugendwart. Viele weitere ehrenamtliche Engagements auf Verbandsebene sollten folgen.

Zwischen 1967 und 1980 war Klaus Harder Vorsitzender des Allgemeinen Alster-Clubs, zu dessen Ehrenmitglied er im Anschluss an seine Amtszeit berufen wurde. In dieser Zeit wurden viele wegweisende Entscheidungen und Weichenstellungen für die Hamburger Ruderei getroffen.

Als wesentliche Punkte sind die Fusion des Allgemeinen Alster-Club mit dem Norddeutschen Ruderer-Bund zum heutigen AAC/NRB - dem Landesruderverband Hamburg - und die Errichtung und der spätere Ausbau des Regatta- und Leistungszentrums an der Dove-Elbe herauszustellen. Hier wirkte Klaus Harder auch noch viele weitere Jahre als Geschäftsführer der gemeinsamen Betriebsgesellschaft des AAC/NRB mit dem Hamburger Kanuverband.

Sein Enthusiasmus für den Leistungssport führte ihn auch zu Ämtern im Deutschen Ruderverband. Bereits 1961 wurde er Mitglied des „Ausschuss Jugend- und Schülerrudern“ des Verbandes und stieg 1964 in den „Ausschuss Leistungssport“ auf, dem er viele Jahre angehörte und den er seit 1980 als dessen Vorsitzender prägte. Dazu gehörten dann auch viele Einsätze als Mannschafts- oder Delegationsleiter bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. Sein Herz für die Athleten (egal welcher Altersklasse) und sein Geschick, auch in schwierigen Situationen pragmatische Lösungen zu finden, verhalfen ihm zu hoher Anerkennung bei den Athleten und Trainern, sowie auch international bei der FISA. Sein Wort hatte stets Gewicht.

Auch als internationaler Schiedsrichter war Klaus Harder lange Jahre für den DRV aktiv.

Insgesamt hat er über 25 Jahre in den Gremien des DRV mitgewirkt und deren Arbeit mitgeprägt. Als Dank für seinen außerordentlichen Einsatz wählte ihn der Rudertag 1986 nach seinem Abschied aus dem DRV-Vorstand zum Ehrenmitglied des Deutschen Ruderverbandes.

Klaus Harder war dem AAC/NRB und dem DRV auch nach seinem Ausscheiden aus den jeweiligen Ämtern stets freundschaftlich verbunden und hat vielfach mit Rat und Tat geholfen, um die Weiterentwicklung der Verbände voranzutreiben.

Wir werden ihn vermissen und uns seiner stets gern und mit hohem Respekt erinnern.

Siegfried Kaidel (Vorsitzender des DRV)
Werner Glowik (Vorsitzender des AAC/NRB, Hamburg)